Standort 2015 2016 2017 2018 2019  seit 1971  
Bad Oldesloe Kneeden   0 0     0  
Bargfeld-Stegen Tonnenteich 4 1 1 0   85  
Bargfeld-Stegen PartyTimm 1 1 0 2   5  
Bargfeld-Stegen Timm 1 4 2 3 2   22  
Bargfeld-Stegen Timm  2 3 0 0     15  
Bargfeld-Stegen Timm  3 3 0   2   6  
Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0 1 3 1   9  
Bünningstedt       0   0  
Delingsdorf           42  
Fischbek   3   0   3  
Grönwohld 2 0 2 2   29  
Groß-Barnitz 0 1 0 2   58  
Hammoor 1 1     0   13  
Heilshoop 3 1 3 2   32  
Jersbek Klein Hansdorf   0       0  
Jersbek     0     11  
Klein-Wesenberg 4 2 0 1   83  
Klein-Schenkenberg 2   0     3  
Langelohe 0 1 4 3   36  
Lasbek-Dorf 3 0 2 2   74  
Meddewarde 1 0 0 0   23  
Mollhagen 0 3 1 1   45  
Neritz 0     0   39  
Nienwohld           0  
Papendorf 4 3 2 2   43  
Rethwisch-Feld 2 1 0 2   8  
Rohlfshagen   0       6  
Rümpel 0   0 0   45  
Seefeld 3 1 2 2   49  
Sprenge 2 3 2 1   67  
Stellau     0 1   1  
Stemwarde 2 3 2 0   7  
Sühlen 3 2 2 3   87  
Tangstedt 0 3 0 0   7  
Todendorf 3 3 2 1   70  
Tremsbüttel 2 2 2 4   30  
Trittau   0 0 0   0  
Westerau  1 3 0 3   76  
Wiemerskamp   0   0   12  
               
Kerstin Kommer (westlich A1)              
Andreas Hack (östlich A1)              
  2015 2016 2017 2018 2019  seit 1971  
Horstpaare allgemein (HPa)   28 30 29 31 0 18,41  
Horstpaare mit ausfliegenden Jungen (HPm) 21 20 14 19   13,94  
Gesamtzahl der ausfliegenden Jungen (JZG) 53 40 33 39 0 32,93  
Durchschnitt Junge/Horstpaare allgemein (JZa) 1,9 1,3 1,1 1,3 #DIV/0! 1,71  
               

 

Das Storchenjahr 2018: Erneutes „Störjahr“ bei den Stormarner Störchen – viele Storchenjunge sind durch Nahrungsmangel umgekommen

Das Storchenjahr begann eigentlich sehr vielversprechend, so sind insgesamt 31 Storchenpaare (Vorjahr 29) aus ihren Winterquartieren zurück gekehrt und haben die Stormarner Nester bezogen. Das ist ein neuer Rekord bei den Rückkehrerergebnissen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 45 Jahren. Dabei ist auch eine Neuansiedlung in Bünningstedt zu vermelden. Der Rückkehrzeitraum zog sich erneut über mehrere Wochen. Der erste Storch in Todendorf war schon am 29.01. zurück, während die letzten Störche erst wieder im Mai eintrafen.

Erneut haben die extremen Witterungsverhältnisse den NABU-Storchenbetreuern einen Strich durch eine erfolgreiche Nachwuchsbilanz gemacht, wobei in diesem Jahr mit unnormaler Hitze und Trockenheit das gegenteilige Extrem zum letzten Jahr mit Dauerregen und Kälte den Störchen das Leben schwer gemacht hat. Anfang/Mitte Mai sind die Storchenküken noch so klein dass sie nahezu ausschließlich mit Regenwürmern gefüttert werden. Die gab es aber bei der Trockenheit so gut wie überhaupt gar nicht zu finden. Das führte dazu, dass Junge wegen Nahrungsmangel eingingen bzw. die schwächsten Jungen von den Eltern aus dem Nest geworfen wurden oder selbst verspeist wurden. Die Natur ist da unnachgiebig, teils geradezu grausam. Letztlich dient dies aber dem Arterhalt, d.h. bei einer Dreierbrut werden zwei Junge rausgeworfen, damit das Dritte überleben kann, weil nicht genug Nahrung für alle da ist. Vielerorts gab es daher gar keinen Nachwuchs bzw. nur ein Junges, das flügge wurde.

Am Ende führte das dazu, dass von 31 Storchenpaaren überhaupt nur 19 (Vorjahr 15) erfolgreich Junge aufzogen. Die Gesamtzahl der Jungen, die in den nächsten Wochen ihre Reise in die Winterquartiere antreten beträgt 38 (Vorjahr 33). Somit kommen wir in diesem Jahr auf durchschnittlich nur 1,2 Junge (Vorjahr 1,1) pro Storchenpaar und damit auf den zweitschlechtesten Wert seit 25 Jahren. Das dritte Jahr hintereinander derart schlechte Nachwuchsergebnisse lassen vermuten, dass sich dies in den nächsten Jahren negativ auf den Bestand auswirken wird, denn zum Bestandserhalt brauchen wir einen Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar

Der Klimawandel betrifft eben nicht nur die Eisbären in der Arktis sondern zunehmend auch unsere Weißstörche. Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 0, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2 und 2, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0, Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 2, Bünningstedt 0,Fischbek 0, Grönwohld 2, Groß Barnitz 2, Hammoor 0, Heilshoop 2, Klein Wesenberg 1, Langelohe 3, Lasbek-Dorf 2, Meddewarde 0, Mollhagen 1, Neritz 0, Papendorf 2, Rethwischfeld 2, Rümpel 0, Seefeld 2, Sprenge 1, Stellau 1, Stemwarde 0, Sühlen 3, Tangstedt 0, Todendorf 1, Tremsbüttel 4, Trittau 0, Westerau 3, Wiemerskamp 0

Die durch die NABU-Storchengebietsbetreuer jährliche durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den letzten Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen. Weil sie allerdings im letzten Jahr witterungsbedingt ausfallen musste, findet sie in diesem Jahr schon am 22.09. statt. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

 

 

 

2017: „Störjahr“ bei den Stormarner Störchen – viele Storchenjunge sind bei Starkregenereignissen umgekommen

Das Storchenjahr begann eigentlich sehr vielversprechend, so sind insgesamt 29 Storchenpaare (Vorjahr 30) aus ihren Winterquartieren zurück gekehrt und haben die Stormarner Nester bezogen. Das ist erneut das zweitbeste Rückkehrerergebnis seit 45 Jahren. Dabei ist auch eine Neuansiedlung in Stellau zu vermelden. Dabei zog sich der Rückkehrzeitraum erneut über mehrere Wochen. Während die Störche in Todendorf, Lasbek und Tremsbüttel bereits mit dem ersten Rückkehrertrupp aus Spanien am 21.02. da waren, trafen die letzten Störche erst wieder Ende Mai ein.

Die ersten Nachwuchsergebnisse waren zunächst auch sehr gut, so gab es mehrere Bruten mit 3 oder 4 Jungen. Dann nahm das Drama allerdings wie schon im Vorjahr seinen Lauf. Allein bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Ende Juni ist ein Großteil der Jungen eingegangen. Dabei traf es nicht nur die Kleinsten, sondern auch die schon größeren Jungen, die schon ein halbwegs dichtes Federkleid besaßen. Wenn allerdings in 36 Stunden 100 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen und die Temperaturen nur knapp über 10 Grad sind, dann haben die Storchenküken kaum eine Chance. Die jungen Störche ertrinken dabei nicht wie vielfach behauptet, sondern sie durchfeuchten komplett, kühlen dadurch stark aus und sterben dann. Insbesondere etwa zwischen der 4 und 6 Lebenswoche gibt es eine kritische Phase. Die Jungen haben dann noch kein dichtes Gefieder, sondern teils noch ihr Daunenkleid, die Federn entwickeln sich erst. Sie sind aber schon so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr komplett „hudern“, d.h. mit den Flügeln abdecken können.

Am Ende führte das dazu, dass von 29 Storchenpaaren überhaupt nur 15 (2016: 20) erfolgreich Junge aufzogen. Die Gesamtzahl der Jungen, die in den nächsten Wochen ihre Reise in die Winterquartiere antreten beträgt 33 (Vorjahr 40). Somit kommen wir in diesem Jahr auf durchschnittlich nur 1,1 Junge (Vorjahr 1,3) pro Storchenpaar und damit auf den schlechtesten Wert seit 25 Jahren (1992 auch 1,1). Das zweite Jahr hintereinander derart schlechte Nachwuchsergebnisse lassen vermuten, dass sich dies in den nächsten Jahren negativ auf den Bestand auswirken wird, denn zum Bestandserhalt brauchen wir einen Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar.

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen für 2017 aus:

Bad Oldesloe Kneeden 0, Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 3 und 0, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 3. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 0, Grönwohld 2, Groß Barnitz 0, Heilshoop 3, Jersbek 0, Klein Wesenberg 0, Klein Schenkenberg 0, Langelohe 4, Lasbek-Dorf 2, Meddewarde 0, Mollhagen 1, Papendorf 2, Rethwischfeld 0, Rümpel 0, Seefeld 2, Sprenge 2, Stemwarde 2, Sühlen 2, Tangstedt 0, Todendorf 2, Tremsbüttel 2, Trittau 0, Westerau 0

 

 

 

 

Das Storchenjahr begann schon mit Problemen bei den rückkehrenden Störchen aus den Winterquartieren mit vielen „Nachzüglern“, die zwar noch gemeinsam ein Nest bezogen haben, aber dann nicht mehr zur Brut geschritten sind. Dabei wurden auch einige neue Standorte bezogen, so in Klein Hansdorf, Bad Oldesloe Kneeden, Fischbek Mönkenbrock und Trittau. Alte, dauerhaft besetzte Nester wie in Rümpel, Hammoor und Neritz wurden in diesem Jahr entweder nicht oder nur kurzzeitig von einzelnen Störchen besetzt. Der Grund für die verspätete Rückkehr ist nicht bekannt, vermutlich gab es unterwegs Wetterereignisse, die die Störche zum Pausieren gezwungen haben. Dennoch sind mit 29 Storchenpaaren (Vorjahr 28) überdurchschnittlich viele Nester besetzt gewesen. Immerhin das zweitbeste Rückkehrerergebnis seit 45 Jahren! 

Beim Nachwuchs dagegen hat sich frühzeitig ein Drama besonderen Ausmaßes abgezeichnet. Nur 20 der 29 Horstpaare haben überhaupt Junge erfolgreich aufziehen können. Während insbesondere bei den Starkregenereignissen im Juni in einigen Nestern (Bargfeld-Stegen, Lasbek und Grönwohld) kurzfristig die gesamte Brut eingegangen ist, ist in 9 Nestern jeweils nur ein Junges übrig geblieben. Die jungen Störche ertrinken dabei nicht wie vielfach behauptet, sondern sie durchfeuchten komplett, kühlen dadurch stark aus und sterben dann. Insbesondere etwa zwischen der 4 und 6 Lebenswoche gibt es eine kritische Phase. Die Jungen haben dann noch kein dichtes Gefieder sondern teils noch ihr Daunenkleid, die Federn entwickeln sich erst. Sie sind aber schon so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr komplett „hudern“, d.h. mit den Flügeln abdecken können. Glück im Unglück hatten die übrig gebliebenen Jungstörche dennoch, denn wenn zu dem vielen Regen auch noch sehr niedrige Temperaturen dazu gekommen wären, dann hätte es noch deutlich mehr Verluste gegeben. Somit kommen wir in diesem Jahr immerhin noch auf 39 Jungstörche (Vorjahr 53). Der für den Bestandserhalt notwendige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar wurde mit 1,3 allerdings deutlich unterschritten. Am Mangel an Nahrung hat es in diesem Jahr definitiv nicht gelegen. Das durchwachsene Wetter bescherte den Störchen einen reich „gedeckten Tisch“. 

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bad Oldesloe Kneeden 0, Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2, 0 und 0, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 1. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Fischbek 3, Grönwohld 0, Groß Barnitz 1, Heilshoop 1, Klein Hansdorf 0, Klein Wesenberg 2, Langelohe 1, Lasbek-Dorf 0,  Mollhagen 3, Papendorf 3, Rethwischfeld 1, Rohlfshagen 0, Seefeld 1, Sprenge 3, Stemwarde 3, Sühlen 2, Tangstedt 3,  Todendorf 3, Tremsbüttel 2, Trittau 0, Westerau 2, Wiemerskamp 0 

Die im Oktober durch die NABU-Storchengebietsbetreuer jährliche durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den letzten drei Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Kerstin Kommer / Andreas Hack

Während die ersten Störche in diesem Jahr schon Mitte Februar zurück waren, trafen noch vor wenigen Tagen die letzten Störche in Stormarn ein.

Viele der „Ostzieher“ waren spät dran in diesem Jahr und es gibt sogar jetzt noch Einzelstörche in Barnitz, Neritz und Langelohe, die auf Ihren Partner/in warten. Die Ursache hierfür ist bisher nicht bekannt, vermutlich gab es schlechtes Wetter auf der Rückreiseroute aus Afrika.

 

Somit wundert es nicht, dass wir in diesem Jahr das Rekordergebnis von 30 Storchenpaaren  im letzten Jahr nicht erreichen. Dennoch sind es inzwischen 25 Paare und damit immer noch das zweitbeste Ergebnis seit 1971. Hoffnung gibt es noch für eine Neuansiedlung in Nienwohld. Dort versucht ein Storchenpaar seit Tagen, auf einem Mast mitten im Dorf ein Nest zu bauen. Eine Initiative von Anwohnern um Bürgermeister Manke hat mit beratender Unterstützung der NABU-Storchenschutzbetreuer in Windeseile eine provisorische Nistunterlage auf dem Mast angebracht, auf dem schon kurz darauf der erste Storch stand.

 

Bis auf die Nester in Delingsdorf, Rohlfshagen und Jersbek sind alle Nester wieder besetzt worden. Bargfeld-Steegen wird auch in diesem Jahr seinem neuen Titel als zweites Storchendorf in Schleswig-Holstein gerecht, alle sechs Nester sind wieder besetzt.

 

Eine „doppelte“ Nutzung des Storchennestes gab es in Stemwarde, dort hatten zunächst Nilgänse im Horst gebrütet und an dem Tag, als die Jungen das Nest mit einem mutigen Sprung aus 10 Metern Höhe verlassen hatten, trafen die Störche ein und haben das Nest übernommen.

 

Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Brutsaison erfolgreich und ohne große Verluste bei den Jungen verlaufen wird.

 

Kerstin Kommer / Andreas Hack

NABU Bad Oldesloe

Während die ersten Störche in diesem Jahr schon am 8. Februar zurück waren und inzwischen Nachwuchs haben dürften, trafen noch vor wenigen Tagen die letzten Störche in Stormarn ein. So ist das Nest in Wiemerskamp und das in Hammoor erst seit ein paar Tagen durch ein Storchenpaar besetzt. Auch in diesem Jahr waren einige „Ostzieher“ spät dran. Die Ursache hierfür ist bisher nicht bekannt. 

Immerhin haben wir dennoch bisher 27 Paare (Vorjahr 28) in Stormarn und damit wiederum eines der besten Ergebnisse seit Beginn der Bestandserfassungen 1971. Eine Neuansiedlung ist in diesem Jahr in Fischbeker Ortsteil Mönkenbrook zu verzeichnen. Dort hat sich ein Paar in Sichtweite des dortigen Hofcafe`s auf einem Mast mit Nistunterlage niedergelassen. Auch in Wiemerskamp hat sich nach zwei Jahren ohne Störche wieder ein Paar eingefunden. 

In Stemwarde hatte erneut ein Nilganspaar das Storchennest „besetzt“ und eine Brut begonnen, was zu Konflikten mit den rückkehrenden Störchen führte. Dort haben die Anwohner für die Nilgänse einen etwas kleineren Ersatzmast mit Nistunterlage aufgestellt und die Nilgänse kurzerhand „umziehen“ lassen. Mit Erfolg, Nilgänse und Störche brüteten dort in friedlicher Nachbarschaft, was leider eher selten der Fall ist, weil die Nilgänse ihr Revier in der Regel aggressiv verteidigen.

Bis auf die Nester in Neritz, Klein Schenkenberg und Tangstedt sind alle Nester wieder von einem Storchenpaar besetzt worden. In Bargfeld-Stegen sind erneut alle sechs Nester besetzt.

Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Brutsaison erfolgreich und ohne große Verluste bei den Jungen verlaufen wird, auch wenn es für die „Spätrückkehrer“ schon knapp wird mit dem Nachwuchs.

  

Kerstin Kommer / Andreas Hack

     

Trotz des vielen Regens und der niedrigen Temperaturen im Mai, Juni und Juli können wir auf eine gute Storchensaison in Stormarn zurückblicken. 23 Storchenpaare, eines mehr als im Vorjahr, bezogen im Frühjahr ihre Nester, wobei sie aufgrund widriger Witterungsbedingungen auf ihrer Reiseroute etwa 10 Tage später eintrafen als im Vorjahr. 18 Paare (Vorjahr 19) zogen erfolgreich ihre Jungen auf, von denen inzwischen die meisten flügge sind. Mit insgesamt 38 Jungen (Vorjahr 42) liegen wir noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 31 Jungen.

 

Es gab allerdings auch in Stormarn Verluste bei den Jungstörchen, wenngleich diese unter anderem aufgrund des guten Zustandes der Nester nicht so gravierend sind wie andernorts. Dies ist neben den Aktivitäten vieler Horsteigentümern, auch der finanziellen Unterstützung der Sparkassen – Kulturstiftung Stormarn bei der Sanierung und Instandhaltung der Nester durch den NABU Bad Oldesloe zu verdanken. Im Abstand von 2 -3 Jahren wird dabei das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Insbesondere die totalen Brutausfälle in Sühlen und Brunsbek-Langelohe führten dazu, dass das Nachwuchsergebnis von 2011 nicht erreicht wurde. Auch der Blick auf die einzelnen Brutergebnisse zeigt, dass es in einigen Horsten Verluste gegeben haben muss. So gab es kaum mehr als 2 Junge, lediglich in Lasbek-Dorf 3, Jersbek 3 (neues Paar erste erfolgreiche Brut !!!) und in Todendorf 4. Die Gründe für die Verluste sind in der Regel vielschichtig. Regen, Kälte, Nahrungsmangel, Unerfahrenheit der Altstörche, Schimmelpilze im Nest und Horstkämpfe mit rivalisierenden Störchen können dafür verantwortlich sein. Besonders häufig waren in diesem Jahr an den Stormarner Horsten, Kämpfe mit rivalisierenden vagabundierenden Jungstörchen zu sehen. Die hohen Nachwuchszahlen der letzten beiden Jahre führten offensichtlich dazu, dass viele noch nicht geschlechtsreife Jungstörche an den Nestern Streit suchten. Dies lässt allerdings auf noch höhere Storchenpaarzahlen für die nächsten Jahre hoffen, zumal es in Stormarn schätzungsweise 60 – 80 ungenutzte Nistmöglichkeiten für die Störche gibt. Ein Problem sind allerdings durch zunehmende industrielle Landwirtschaft immer stärker zurückgehende Grünlandflächen, die von den Störchen zur Nahrungssuche benötigt werden.

In Westerau ist es der Initiative der Anwohner zu verdanken, dass die Störche dort ein Ausweichquartier beziehen konnten und 2 Junge aufzogen, nachdem streitbare Nilgänse ihren alten Horst besetzt hatten. In Stemwarde wurde die Initiative der „Stemwarder Aktionsgemeinschaft für Naturschutz und Landschaftspflege“ gleich im ersten Jahr mit der Ansiedlung eines Storchenpaares belohnt. Die Aktionsgemeinschaft hatte dort im Frühjahr nach Beratung durch die Storchenbetreuer des NABU an einem Regenrückhaltebecken einen Mast mit Nistunterlage aufgestellt. Nachwuchs stellte sich allerdings noch nicht ein, weil die Störche sich erst im Juni entschieden dort zu siedeln.

Ein toter Altstorch wurde von uns Anfang Juni von der B 404 in der Nähe von Sprenge geborgen. Er war hier offensichtlich mit einem Fahrzeug kollidiert. Nachdem der Vogel keinem der Stormarner Nester zugeordnet werden konnte, nahmen wir Kontakt zu den Storchenbetreuern des NABU Mölln auf, mit denen wir durch das Netzwerk der „AG Storchenschutz des NABU Schleswig Holstein“ in Verbindung stehen. Schnell konnte der tote Storch dem Nest in Schönberg zugeordnet werden. Dort mussten dann in Absprache mit der Naturschutzbehörde die 3 noch sehr kleinen Jungstörche aus dem Nest genommen werden, weil der verbleibende Altvogel sie nicht durchgebracht hätte. Die Jungen wurden der Storchenpflegestation des Wildpark Eekholt zur Pflege übergeben und sind wohl auf.

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 2, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2 und 2, Hammoor 2, Heilshoop 2, Jersbek 3, Klein Wesenberg 2, Lasbek-Dorf 3, Mollhagen 2, Neritz 1, Papendorf 1, Rümpel-Dorf 2, Rümpel-Rohlfshagen 2, Seefeld 2, Sprenge 2, Todendorf 4, Tremsbüttel 2, Westerau 2, Langelohe 0, Wiemerskamp 0, Tangstedt 0, Stemwarde 0, Sühlen 0.

 

Kerstin Kommer / Andreas Hack

 

 

 

Super Storchenjahr zum fünften Mal in Folge

 

Zum Ende der diesjährigen Brutsaison blicken wir auf eines der erfolgreichsten Storchenjahre der letzten 43 Jahre zurück. Begonnen hat das Storchenjahr mit einem neuen Rekord an besetzten Storchennestern. Insgesamt waren 30 Nester mit einem Paar besetzt (Vorjahr 24). Von den besetzten Nestern des letzten Jahres waren nur in Wiemerskamp keine Störche. Neu hinzu gekommen sind Delingsdorf, Klein Schenkenberg, Meddewarde, Rethwischfeld, Stemwarde und Bargfeld-Stegen gleich mit zwei neuen Storchenpaare. Damit hatte Bargfeld-Stegen 6 Storchenpaare, die alle erfolgreich Nachwuchs großgezogen haben. Bargfeld-Stegen ist damit neben Bergenhusen das zweite „Storchendorf“ in Schleswig-Holstein. Besonders erfreulich ist, dass mit Delingsdorf und Meddewarde zwei alte Storchenstandorte wieder besiedelt wurden, nachdem die NABU-Storchenbetreuer dort die Nester im letzten Jahr wieder ausgebessert und aufgebaut hatten.

 

Eine nasskalte erste Maihälfte führte leider zu Verlusten bei den Jungstörchen, deren Eltern schon früh mit der Brut begonnen hatten. Daneben hat sich ergeben, was wir schon vorhergesehen hatten. Viele Paare waren vom Nachwuchs der letzten Jahre und damit noch unerfahren im Brutgeschäft. Naturgemäß führt das dazu, dass diese Paare keine oder nur einzelne Junge aufziehen. Dennoch wurde mit 50 ausfliegenden Jungstörchen (Vorjahr 47) das zweitbeste Ergebnis seit 1971 erzielt. Lediglich 1999 gab es mit 56 Jungen mehr Nachwuchs. Insgesamt betrachtet liegt der diesjährige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar im langjährigen Durchschnitt und reicht damit aus, um den Storchenbestand in Stormarn weiter zu halten.

 

Das durchwachsene Wetter ab der zweiten Maihälfte und die gute Nahrungsgrundlage für die Störche waren nahezu optimal, um erfolgreich Nachwuchs aufzuziehen. Dieses Bild zeigt sich in diesem Jahr für ganz Schleswig-Holstein. Es gab rund 290 Horstpaare mit über 500 Jungstörchen, soviel wie seit 1983 nicht mehr.

 

Dieses Ergebnis ist erstaunlich, zumal in den letzten Jahren viele Wiesen in Maisacker umgewandelt wurden und eigentlich damit viel an Nahrungsgrundlage für die Störche verloren gegangen ist. Andererseits hat sich in der Landwirtschaft auf den verbleibenden Grünlandflächen in den letzten Jahren die Heu- und Grasernte zum Vorteil für die Störche verändert. Während die Bauern früher nahezu alle gleichzeitig Ende Mai  / Anfang Juni Heu gemacht haben, wird heute von Mitte Mai bis Ende Juli immer irgendwo Gras für Heu, Grassilage, Grasrundballen etc. geerntet. Durch die unterschiedlichen Erntemöglichkeiten sind die Landwirte nicht mehr so sehr an die Jahreszeit gebunden bzw. es kann mehrfach geerntet werden, was für die Störche dazu führt, dass sie über den gesamten Zeitraum der Jungenaufzucht irgendwo eine abgeerntete Grünlandfläche und damit ausreichend Nahrung für ihre Jungen finden. Somit ist ausnahmsweise die intensive Landwirtschaft für die Störche in diesem Fall nicht zum Nachteil.

 

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 2, Bargfeld-Stegen Mittelweg 1, 1 und 2, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 1. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Delingsdorf 0, Grönwohld 0, Groß Barnitz 1, Hammoor 2, Heilshoop 1, Jersbek 0, Klein Wesenberg 4, Klein Schenkenberg 1, Lasbek-Dorf 3, Meddewarde 1, Mollhagen 4, Neritz 3, Papendorf 3, Rethwischfeld 3, Rümpel-Dorf 3 , Rümpel-Rohlfshagen 0, Seefeld 2, Sprenge 2, Stemwarde 0, Sühlen 3, Tangstedt 0,  Todendorf 3, Tremsbüttel 3, Westerau 0

 

Die jährliche Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester durch die NABU-Storchengebietsbetreuer im letzten Jahr erstmalig im Oktober hat sich bewährt und wird in diesem Jahr genau so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 12 Storchennester kontrolliert und gereinigt. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten. 

Kerstin Kommer / Andreas Hack

NABU Bad Oldesloe

 

 

 

 

 

 

 Storchenbeauftragte  Kerstin Kommer mit dem aus dem Güllebehälter geretteten StorchAm Sonntagvormittag , 11.9.11, wurde in Rümpel ein Altstorch in einem Güllebehälter entdeckt. Der Landwirt Hr. Beuck hatte den Storchenkopf zuerst für einen weißen Ball gehalten, der sich aber plötzlich bewegte. Daraufhin rief  er die Freiwillige Feuerwehr Rümpel um Hilfe, die den Storch mit Hilfe eines tapferen Helfers und zwei zusammengebundenen Leitern aus seiner misslichen Lage befreite. Zur Reinigung des erschöpften Tieres wurde die Euterbrause der Kühe eingesetzt. Die herbeigerufene Storchenbetreuerin des NABU Bad Oldesloe Kerstin Kommer gab dem Storch zuerst etwas zu trinken und etwas Fleisch.
Zum Trocknen des Gefieders wurde das Tier geföhnt. Da der Storch einen sehr geschwächten Eindruck machte wurde er von der Storchenbetreuerin in den Wildpark Eekholt gefahren.
In der  dortigen Pflegestation wird er weiter versorgt, da er zur Zeit nicht in der Lage ist , sich Nahrung zu suchen und die weite Reise in den Süden  anzutreten ( bis zu 10.000 km).  

Dass diese Reise viele Gefahren birgt zeigte sich vor zwei Wochen : Ein im Frühling geschlüpfter Jungstorch aus Bargfeld Stegen wurde in Polen tot aufgefunden. Er hatte an einer Hochspannungsleitung einen Stromschlag bekommen.

Reinigungs- und Instandhaltungstour der Stormarner Storchennester Herbst 2013

 

Erstmalig haben wir in diesem Jahr eine Reinigungs- und Instandhaltungstour der Storchennester im Herbst vorgenommen. Bei strahlendem Sonnenschein wurden am 26.10.2013 insgesamt 13 Nester in folgenden Orten kontrolliert, gereinigt und mit Holzhackschnitzeln, Rapsstroh und Zweigen wieder aufgepolstert:

 

Sprenge

Mollhagen

Lasbekdorf

Rümpel

Rümpel Rohlfshagen

Delingsdorf

Jersbek

Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe

Bargfeld-Stegen Tonnenteich

Kayhude (Hilfeleistung für NABU Bad Segeberg)

Heilshoop

Sühlen

Tremsbüttel

 

Wir waren von morgens um 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit Hubsteiger und Begleitfahrzeug mit Anhänger unterwegs und haben dabei 170 km durch den Kreis Stormarn zurückgelegt. Die Nester werden etwa alle 3 Jahre kontrolliert und gereinigt. Der verdichtete Boden wird abgetragen und die Nestmulde mit Holzhackschnitzeln gefüllt. Die wirken wie eine Drainage und sorgen dafür, dass keine Staunässe entsteht. Neben Plastikfolien und Kunststoffbändern fanden wir in diesem Jahr wieder eine Igeldecke in einem Nest. Gerade im Bereich Bargfeld-Stegen haben wir in den letzten Jahren mehrfach die stacheligen Igelfelle gefunden. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Storchennester teilweise von einem anderen bedrohten Vogel genutzt werden, dem Uhu.

 

 

Kerstin Kommer / Andreas Hack

Storchengebietsbetreuer des NABU Bad Oldesloe