Liebe Mitglieder und Freunde!

Hinter uns liegt ein schwieriges Jahr, da wegen der Corona-Pandemie viele Veranstaltungen aus unserem Jahresprogramm ausfallen mussten. Da noch nicht absehbar ist, wann wir wieder mit gutem Gewissen Veranstaltungen anbieten können, verzichten wir 2021 auf ein gedrucktes Programm und laden über die Presse und über unsere Homepage zu den Veranstaltungen ein, die möglich sind. Ein paar Termine geben wir im Folgenden bekannt, den Vortrag am 10.3. hatten wir bereits im Februar 2020 vor dem 1. Lockdown verabredet. Wir hoffen, dass er nicht ausfallen muss, schauen Sie unter Termine auf unsere Homepage.

Sa, 27. Februar, 10:00 Uhr: Aufbau des Froschzaunes an der Straße Rehkoppel

Di, 9. März, 10:00 Uhr: Aufbau des Froschzaunes zwischen Elmenhorst und Fischbek

Fällt an diesem Datum aus und wird nachgeholt! Mi, 10. März, 19:30 Uhr: im Bürgerhaus in Bad Oldesloe, Mühlenstraße 22: Auf den Spuren von Sandbiene, Hummel und Co. Lichtbildervortrag von Norbert Voigt. Der Referent stellt Insektenarten vor, die von blütenreichen Wiesen profitieren, berichtet über ihre Lebensweise und wie man sie fördern kann.

Do, 1. Juli, 17:00 Uhr: Pflanzen und Insekten auf den Grünflächen im Westen Bad Oldesloes. Leitung: Dr. Ulrike und Klaus Graeber. Treffpunkt Wolkenweher Weg Ecke Helene-Stöcker-Straße (= gegenüber von der Mühle).

Wegen des Corona-Lockdowns musste auch unserer Mitgliederversammlung 2020 ausfallen. Für 2021 haben wir uns nach einem Treffpunkt umgesehen, der genügend Platz bietet, um die Abstandsregeln einzuhalten. Sie findet am Mittwoch, den 14. April 2021, 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus in Sprenge, Raumredder, statt. Anfahrt: von der B 404 kommend 1. Straße links (Bahnhofstraße), dann 1. Straße rechts in den Raumredder. Das Gemeinschaftshaus liegt auf der linken Seite bei der Feuerwehr. Von Mollhagen kommend 1. Straße rechts in den Raumredder, dann liegt das Gemeinschaftshaus rechts.

Dies ist die Tagesordnung:

1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit

2. Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung 2019

3. Bericht des Vorstandes und Aussprache

4. Bericht der Referentin für Finanzen und der Rechnungsprüfer und Entlastung des Vorstandes

5. Neuwahl des Vorstandes

6. Wahl einer Rechnungsprüferin oder eines Rechnungsprüfers

7. Verschiedenes, Ausblick

Bei den Weißstörchen in Stormarn gab es 2020 erneut einen Rekord: 38 Brutpaare, so viele gab es zuletzt in den 30er Jahren. Im Gegensatz zu dem absolut perfekten Storchenwetter im letzten Jahr gab es in diesem Jahr wieder eine Trockenheitsphase im April und Mai. Darunter litten die Störche, die schon früh mit dem Brüten begonnen hatten und in der trockenen Zeit nicht genug Würmer für den Nachwuchs fanden. Daher wurden bei den „Früh-Rückkehrern“ nur 1 bis 2 Junge groß. Dennoch liegt die Anzahl der Jungen in diesem Jahr mit 67 nur knapp unter dem Allzeithöchststand vom letzten Jahr mit 69 Jungen.

Dramatische Szenen spielten sich in diesem Jahr an mehreren Nestern ab. „Junggesellentrupps“ die noch nicht im nistfähigen Alter sind, haben viel Streit gemacht und sich mit den Nestpaaren erbitterte Kämpfe geliefert. Dem fiel in Groß-Barnitz das gesamte Gelege zum Opfer. Der größte Trupp nicht sesshafter Störche konnte im Mai in den Billewiesen bei Hamfelde beobachtet werden. Dort hielten sich zeitweise bis zu 54 Störche gleichzeitig auf.

Im „Storchendorf“ Bargfeld-Stegen gab es 6 Horste mit einmal 3, viermal 2 und einmal gar keinen Jungen. Und so sehen die übrigen Nachwuchszahlen aus: Bünningstedt 2, Delingsdorf 2, Eichede 1, Grönwohld 3, Groß Barnitz 0, Großensee 0, Hammoor 3, Heilshoop 2, Jersbek Lange Reihe 1, Jersbek Hartwigsahler Weg 2, Klein Wesenberg 1, Kronshorst 3, Langelohe 3, Lasbek-Dorf 3, Lütjensee 0, Meddewarde 1, Meilsdorf 2, Mollhagen 1, Neritz 0, Papendorf 3, Rethwischfeld 2, Rümpel 2, Seefeld 3, Sprenge 2, Stellau 2, Stemwarde 3, Sühlen 2, Tangstedt 2, Todendorf 1, Tremsbüttel 3, Trittau 0, Westerau 2, Wiemerskamp 0

Froschzäune: Die letzten 3 Sommer waren sehr trocken. Das wirkt sich leider auf die Zahl der wandernden Amphibien an unseren Froschzäunen aus: In Rehkoppel waren es 1882 Amphibien, das ist halb so viel wie in den guten Jahren. Ähnlich ist es bei Fischbek, wo sich zusätzlich zur Trockenheit die Rodung des benachbarten Fichtenwäldchens negativ ausgewirkt haben kann. Hier wurden 192 Amphibien über die Straße getragen. In Bargteheide wurde kein Zaun aufgebaut, sondern insgesamt 136 Amphibien abends eingesammelt und über die Straßen getragen.

Pflegemaßnahmen in unseren Schutzgebieten:

In einigen Schutzgebieten haben wir auch 2020 mit Arbeitseinsätzen dafür gesorgt, seltene Lebensräume für bedrohte Pflanzen und Tiere zu erhalten. Corona-bedingt konnten wir aber meistens nur in kleinen Gruppen arbeiten, dafür konnten wir uns häufiger treffen.

Im Februar haben wir noch in großer Gruppe in der Alten Steinburg aufgeräumt. Dieses ehemalige Kiesabbaugebiet ist seit 1970 nicht mehr genutzt und auf den meisten Flächen ist ein Wald aus Birken und Erlen aufgewachsen. Eine Windhose war dort hineingefahren und hatte viele Birken umgeworfen, die kreuz und quer über einem Tümpel lagen. Jetzt ist der Tümpel wieder frei und bekommt Sonne, so dass er gut als Amphibien-Laichgewässer geeignet ist.

An Timms Teich haben wir auf der großen Halbinsel erneut Erlen und Birken geschnitten, damit die wertvollen Trockenrasen erhalten bleiben. Das war sehr erfolgreich, seltene Pflanzen wie Golddistel und Sandglöckchen werden häufiger und Schmetterlinge profitieren davon.

Auf unserem Großseggenried am Brenner Moor haben die Weiden einen erheblichen Teil der Fläche überwachsen. Wir haben sie an einigen Stellen zurückgeschnitten, um offene Flächen zu verbinden und seltenen Pflanzen mehr Licht zu geben. Erfreulicherweise zeigt sich wenig Stockausschlag, vielleicht weil die Fläche sehr nass ist. Daher ist diese Arbeit sehr effektiv.

Auch im Koberger Moor haben wir den Stockausschlag der Birken geschnitten, es war dieses Jahr deutlich weniger Arbeit als in den Vorjahren. Die trockenen Sommer sind aber ein Problem für die moortypische Vegetation, die sich dadurch nicht weiter ausbreiten kann.

Unsere Feuchtwiese bei Vinzier war erneut schwer zu erreichen, weil auf der Nachbarfläche wieder Mais angebaut wurde. Damit die Wiese dieses Jahr überhaupt einmal gemäht wurde, haben wir zugestimmt, dass dies schon Anfang Juli geschah. Die besonders artenreichen Flächen haben wir abgeharkt und das Mähgut ausgetragen. Eigentlich möchten wir aber, dass die Wiese erst nach dem 15. Juli gemäht wird und das Heu abgefahren und genutzt wird. Auf unserer Wiese an der Beste bei Rümpel standen erneut 2 Kopfweiden schräg. Vor 3 Jahren mussten wir bereits 5 der 6 jungen Kopfweiden aufrichten. Wir haben die Weidenstämme jetzt in 1,5 m Höhe abgeschnitten. Sie müssen nun einen neuen Kopf ausbilden, der nicht mehr so hoch liegt wie bisher. Wir hoffen, dass sich die Bäume dadurch nicht so leicht neigen.

Seit Anfang dieses Jahres haben wir den Teufelsteich bei Nütschau vom Kloster gepachtet. Wir möchten ihn naturnah erhalten. Wie in anderen Schutzgebieten betreuen wir hier auch die Nistkästen.

Zu unseren Arbeitseinsätzen und Besichtigungen in unseren Schutzgebieten laden wir die Aktiven über unseren Mail-Verteiler ein. Wenn Sie in diesen Mail-Verteiler aufgenommen werden möchten, teilen Sie das gerne einem Vorstandsmitglied mit.

Das neue Pflegekonzept des Baubetriebshofs der Stadt Bad Oldesloe findet viel Zustimmung und andere Gemeinden zeigen ebenfalls Interesse, ein ähnliches Pflegekonzept aufzulegen. Auf der Homepage der Stadt Bad Oldesloe (Direktlink) werden die Insektenschutzflächen und einige der Pflanzenarten vorgestellt, wir haben die Fotos dazu geliefert. Wir freuen uns immer, wenn wir wieder eine seltene Pflanzenart auf einer dieser Flächen entdecken, z.B. im Mai den Körner-Steinbrech auf dem Alten Friedhof. Den im November 2020 geplanten Vortrag „Sinneswandel statt Samenhandel – mehr Artenvielfalt auf städtischen Grünflächen“, in dem Dr. Ulrike und Klaus Graeber Pflanzen und Insekten vorstellen wollten, die vom neuen Pflegekonzept profitieren, mussten wir leider auf Ende 2021 oder Anfang 2022 verschieben. Er wird ggf. in der Presse angekündigt.

Eine kleine Biotopkartierungs-Gruppe hat damit begonnen, interessante Biotope um Bad Oldesloe botanisch zu kartieren. Wir möchten die Daten dann z.B. der Stadtverwaltung zu Verfügung stellen, um den Schutz und ggf. Pflegekonzepte zu optimieren. Die Stadt ist Eigentümerin von vielen Grundstücken, das ist ein großes Potential, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Riesenbärenklau ist in und um Bad Oldesloe zum Glück selten geworden, da wir die Pflanzen seit mehr als 10 Jahren ausgraben oder die Samenstände vernichten. Von den 74 Vorkommen, die uns bekannt geworden sind, sind 41 inzwischen frei von Riesenbärenklau und nur an 6 Stellen mussten wir mehr als 100 meist junge Pflanzen ausgraben. Leider zeigten sich an Stellen, die schon mehrere Jahre „sauber“ waren, erneut einige Exemplare. Wir müssen daher weiter aufmerksam sein, damit sich diese sehr konkurrenzstarke und gesundheitsgefährdende Pflanze nicht erneut stark vermehrt. Für Hinweise sind wir dankbar.

Wir hoffen, dass sich die angespannte Corona-Lage im Laufe des Jahres entspannt und wir wieder Führungen, Vorträge und Arbeitseinsätze anbieten können. Bleiben Sie bis dahin gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen

für den Vorstand  Klaus Graeber