Das Storchenjahr 2018: Erneutes „Störjahr“ bei den Stormarner Störchen – viele Storchenjunge sind durch Nahrungsmangel umgekommen

Das Storchenjahr begann eigentlich sehr vielversprechend, so sind insgesamt 31 Storchenpaare (Vorjahr 29) aus ihren Winterquartieren zurück gekehrt und haben die Stormarner Nester bezogen. Das ist ein neuer Rekord bei den Rückkehrerergebnissen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 45 Jahren. Dabei ist auch eine Neuansiedlung in Bünningstedt zu vermelden. Der Rückkehrzeitraum zog sich erneut über mehrere Wochen. Der erste Storch in Todendorf war schon am 29.01. zurück, während die letzten Störche erst wieder im Mai eintrafen.

Erneut haben die extremen Witterungsverhältnisse den NABU-Storchenbetreuern einen Strich durch eine erfolgreiche Nachwuchsbilanz gemacht, wobei in diesem Jahr mit unnormaler Hitze und Trockenheit das gegenteilige Extrem zum letzten Jahr mit Dauerregen und Kälte den Störchen das Leben schwer gemacht hat. Anfang/Mitte Mai sind die Storchenküken noch so klein dass sie nahezu ausschließlich mit Regenwürmern gefüttert werden. Die gab es aber bei der Trockenheit so gut wie überhaupt gar nicht zu finden. Das führte dazu, dass Junge wegen Nahrungsmangel eingingen bzw. die schwächsten Jungen von den Eltern aus dem Nest geworfen wurden oder selbst verspeist wurden. Die Natur ist da unnachgiebig, teils geradezu grausam. Letztlich dient dies aber dem Arterhalt, d.h. bei einer Dreierbrut werden zwei Junge rausgeworfen, damit das Dritte überleben kann, weil nicht genug Nahrung für alle da ist. Vielerorts gab es daher gar keinen Nachwuchs bzw. nur ein Junges, das flügge wurde.

Am Ende führte das dazu, dass von 31 Storchenpaaren überhaupt nur 19 (Vorjahr 15) erfolgreich Junge aufzogen. Die Gesamtzahl der Jungen, die in den nächsten Wochen ihre Reise in die Winterquartiere antreten beträgt 38 (Vorjahr 33). Somit kommen wir in diesem Jahr auf durchschnittlich nur 1,2 Junge (Vorjahr 1,1) pro Storchenpaar und damit auf den zweitschlechtesten Wert seit 25 Jahren. Das dritte Jahr hintereinander derart schlechte Nachwuchsergebnisse lassen vermuten, dass sich dies in den nächsten Jahren negativ auf den Bestand auswirken wird, denn zum Bestandserhalt brauchen wir einen Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar

Der Klimawandel betrifft eben nicht nur die Eisbären in der Arktis sondern zunehmend auch unsere Weißstörche. Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 0, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2 und 2, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0, Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 2, Bünningstedt 0,Fischbek 0, Grönwohld 2, Groß Barnitz 2, Hammoor 0, Heilshoop 2, Klein Wesenberg 1, Langelohe 3, Lasbek-Dorf 2, Meddewarde 0, Mollhagen 1, Neritz 0, Papendorf 2, Rethwischfeld 2, Rümpel 0, Seefeld 2, Sprenge 1, Stellau 1, Stemwarde 0, Sühlen 3, Tangstedt 0, Todendorf 1, Tremsbüttel 4, Trittau 0, Westerau 3, Wiemerskamp 0

Die durch die NABU-Storchengebietsbetreuer jährliche durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den letzten Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen. Weil sie allerdings im letzten Jahr witterungsbedingt ausfallen musste, findet sie in diesem Jahr schon am 22.09. statt. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.