2017: „Störjahr“ bei den Stormarner Störchen – viele Storchenjunge sind bei Starkregenereignissen umgekommen

Das Storchenjahr begann eigentlich sehr vielversprechend, so sind insgesamt 29 Storchenpaare (Vorjahr 30) aus ihren Winterquartieren zurück gekehrt und haben die Stormarner Nester bezogen. Das ist erneut das zweitbeste Rückkehrerergebnis seit 45 Jahren. Dabei ist auch eine Neuansiedlung in Stellau zu vermelden. Dabei zog sich der Rückkehrzeitraum erneut über mehrere Wochen. Während die Störche in Todendorf, Lasbek und Tremsbüttel bereits mit dem ersten Rückkehrertrupp aus Spanien am 21.02. da waren, trafen die letzten Störche erst wieder Ende Mai ein.

Die ersten Nachwuchsergebnisse waren zunächst auch sehr gut, so gab es mehrere Bruten mit 3 oder 4 Jungen. Dann nahm das Drama allerdings wie schon im Vorjahr seinen Lauf. Allein bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Ende Juni ist ein Großteil der Jungen eingegangen. Dabei traf es nicht nur die Kleinsten, sondern auch die schon größeren Jungen, die schon ein halbwegs dichtes Federkleid besaßen. Wenn allerdings in 36 Stunden 100 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen und die Temperaturen nur knapp über 10 Grad sind, dann haben die Storchenküken kaum eine Chance. Die jungen Störche ertrinken dabei nicht wie vielfach behauptet, sondern sie durchfeuchten komplett, kühlen dadurch stark aus und sterben dann. Insbesondere etwa zwischen der 4 und 6 Lebenswoche gibt es eine kritische Phase. Die Jungen haben dann noch kein dichtes Gefieder, sondern teils noch ihr Daunenkleid, die Federn entwickeln sich erst. Sie sind aber schon so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr komplett „hudern“, d.h. mit den Flügeln abdecken können.

Am Ende führte das dazu, dass von 29 Storchenpaaren überhaupt nur 15 (2016: 20) erfolgreich Junge aufzogen. Die Gesamtzahl der Jungen, die in den nächsten Wochen ihre Reise in die Winterquartiere antreten beträgt 33 (Vorjahr 40). Somit kommen wir in diesem Jahr auf durchschnittlich nur 1,1 Junge (Vorjahr 1,3) pro Storchenpaar und damit auf den schlechtesten Wert seit 25 Jahren (1992 auch 1,1). Das zweite Jahr hintereinander derart schlechte Nachwuchsergebnisse lassen vermuten, dass sich dies in den nächsten Jahren negativ auf den Bestand auswirken wird, denn zum Bestandserhalt brauchen wir einen Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar.

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen für 2017 aus:

Bad Oldesloe Kneeden 0, Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 3 und 0, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 3. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 0, Grönwohld 2, Groß Barnitz 0, Heilshoop 3, Jersbek 0, Klein Wesenberg 0, Klein Schenkenberg 0, Langelohe 4, Lasbek-Dorf 2, Meddewarde 0, Mollhagen 1, Papendorf 2, Rethwischfeld 0, Rümpel 0, Seefeld 2, Sprenge 2, Stemwarde 2, Sühlen 2, Tangstedt 0, Todendorf 2, Tremsbüttel 2, Trittau 0, Westerau 0