Das Storchenjahr begann schon mit Problemen bei den rückkehrenden Störchen aus den Winterquartieren mit vielen „Nachzüglern“, die zwar noch gemeinsam ein Nest bezogen haben, aber dann nicht mehr zur Brut geschritten sind. Dabei wurden auch einige neue Standorte bezogen, so in Klein Hansdorf, Bad Oldesloe Kneeden, Fischbek Mönkenbrock und Trittau. Alte, dauerhaft besetzte Nester wie in Rümpel, Hammoor und Neritz wurden in diesem Jahr entweder nicht oder nur kurzzeitig von einzelnen Störchen besetzt. Der Grund für die verspätete Rückkehr ist nicht bekannt, vermutlich gab es unterwegs Wetterereignisse, die die Störche zum Pausieren gezwungen haben. Dennoch sind mit 29 Storchenpaaren (Vorjahr 28) überdurchschnittlich viele Nester besetzt gewesen. Immerhin das zweitbeste Rückkehrerergebnis seit 45 Jahren! 

Beim Nachwuchs dagegen hat sich frühzeitig ein Drama besonderen Ausmaßes abgezeichnet. Nur 20 der 29 Horstpaare haben überhaupt Junge erfolgreich aufziehen können. Während insbesondere bei den Starkregenereignissen im Juni in einigen Nestern (Bargfeld-Stegen, Lasbek und Grönwohld) kurzfristig die gesamte Brut eingegangen ist, ist in 9 Nestern jeweils nur ein Junges übrig geblieben. Die jungen Störche ertrinken dabei nicht wie vielfach behauptet, sondern sie durchfeuchten komplett, kühlen dadurch stark aus und sterben dann. Insbesondere etwa zwischen der 4 und 6 Lebenswoche gibt es eine kritische Phase. Die Jungen haben dann noch kein dichtes Gefieder sondern teils noch ihr Daunenkleid, die Federn entwickeln sich erst. Sie sind aber schon so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr komplett „hudern“, d.h. mit den Flügeln abdecken können. Glück im Unglück hatten die übrig gebliebenen Jungstörche dennoch, denn wenn zu dem vielen Regen auch noch sehr niedrige Temperaturen dazu gekommen wären, dann hätte es noch deutlich mehr Verluste gegeben. Somit kommen wir in diesem Jahr immerhin noch auf 39 Jungstörche (Vorjahr 53). Der für den Bestandserhalt notwendige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar wurde mit 1,3 allerdings deutlich unterschritten. Am Mangel an Nahrung hat es in diesem Jahr definitiv nicht gelegen. Das durchwachsene Wetter bescherte den Störchen einen reich „gedeckten Tisch“. 

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bad Oldesloe Kneeden 0, Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2, 0 und 0, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 1. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Fischbek 3, Grönwohld 0, Groß Barnitz 1, Heilshoop 1, Klein Hansdorf 0, Klein Wesenberg 2, Langelohe 1, Lasbek-Dorf 0,  Mollhagen 3, Papendorf 3, Rethwischfeld 1, Rohlfshagen 0, Seefeld 1, Sprenge 3, Stemwarde 3, Sühlen 2, Tangstedt 3,  Todendorf 3, Tremsbüttel 2, Trittau 0, Westerau 2, Wiemerskamp 0 

Die im Oktober durch die NABU-Storchengebietsbetreuer jährliche durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den letzten drei Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Kerstin Kommer / Andreas Hack