Zum Ende der Brutsaison 2015 blicken wir erneut auf eines der erfolgreichsten Storchenjahre der letzten 44 Jahre zurück. Zu Beginn der Saison waren 28 Nester mit Paaren besetzt, das sind zwar zwei weniger als im letzten Jahr, aber dennoch das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen 1971. Von den besetzten Nestern des letzten Jahres waren nur in Delingsdorf, Jersbek und Rohlfshagen in diesem Jahr keine Störche. Nach zwei Jahren ohne Störche wurde das Nest in Brunsbek Langelohe in diesem Jahr wieder besetzt, allerdings war es Mitte Mai schon etwas zu spät für Nachwuchs. Stormarns Storchendorf Bargfeld-Stegen hatte wieder 6 Storchenpaare, von denen 5 erfolgreich Junge aufgezogen haben. Besonders erfreulich ist, dass es in Grönwohld nach 8 erfolglosen Jahren mit 2 Jungstörchen wieder Nachwuchs gab. Ebenso in Stemwarde, der Standort wurde letztes Jahr noch ohne Nachwuchs erstmalig besetzt, in diesem Jahr sind dort auch 2 Junge groß geworden

Auch wenn es in diesem Jahr an einigen nachwuchssicheren Standorten wie Mollhagen, Neritz und Rümpel keine Jungstörche gab, wurde mit 53 Storchenjungen ebenfalls das zweitbeste Ergebnis seit 1971 erreicht. Lediglich 1999 gab es mit 56 Jungen mehr Nachwuchs. Insgesamt betrachtet liegt der diesjährige Durchschnitt von 1,9 Jungen pro Horstpaar über dem langjährigen Durchschnitt und trägt damit dazu bei, den Storchenbestand in Stormarn weiter zu festigen oder sogar aufzubauen.

Das durchwachsene Wetter hat erneut dazu beigetragen, dass die Störche genug Nahrung für ihre Jungen gefunden haben.

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 4, Bargfeld-Stegen Mittelweg 4, 3 und 3, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1,  Grönwohld 2, Groß Barnitz 0, Hammoor 1, Heilshoop 3, Klein Wesenberg 4, Klein Schenkenberg 2, Langelohe 0, Lasbek-Dorf 3, Meddewarde 1, Mollhagen 0, Neritz 0, Papendorf 4, Rethwischfeld 2, Rümpel-Dorf 0, Seefeld 3, Sprenge 2, Stemwarde 2, Sühlen 3, Tangstedt 0,  Todendorf 3, Tremsbüttel 2, Westerau 1

 

Die jährliche Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester durch die NABU-Storchengebietsbetreuer in den letzten beiden Jahren im Oktober hat sich bewährt und wird in diesem Jahr genau so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 12 Storchennester kontrolliert und gereinigt. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Kerstin Kommer / Andreas Hack

NABU Bad Oldesloe